Dein Weg zum Rezept: So klappt der Antrag beim ersten Mal
Du hast dich für einen Anbieter wie CannGo oder GreenMedical entschieden. Jetzt sitzt du vor dem Online-Fragebogen und zögerst. "Wie formuliere ich meine Beschwerden?", "Brauche ich Arztbriefe?", "Was sind Kontraindikationen?"
Die Angst vor einer Ablehnung ist groß, aber meist unbegründet. Da Cannabis kein Betäubungsmittel (BtM) mehr ist, sind die Hürden gesunken. Ärzte dürfen es verschreiben, wenn es eine Linderung deiner Symptome verspricht.
Die Vorbereitung (Hast du eine Indikation?)
Ärzte verschreiben Cannabis nicht als "Genussmittel". Sie verschreiben es gegen Leiden. Bevor du startest, definiere dein Symptom klar.
Häufige Indikationen (Beispiele):
Einschlafprobleme, Durchschlafstörungen, unruhiger Schlaf
Migräne, Spannungskopfschmerz, Rückenschmerzen, Regelschmerzen (Endometriose)
Innere Unruhe, Stress-Symptome, depressive Verstimmung (leicht/mittel)
Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Unruhe (bei Erwachsenen)
Der Fragebogen (Das "Zauberwort")
Im Fragebogen wirst du oft gefragt: "Welche Medikamente haben Sie bisher genommen?" oder "Haben Sie Vorbehandlungen?"
Hier prüft der Arzt, ob eine Cannabis-Therapie verhältnismäßig ist. Das Zauberwort im deutschen Gesundheitswesen heißt: Therapiehoheit.
Der Arzt darf Cannabis verschreiben, wenn Standard-Therapien:
Beispiel für eine gute Antwort (ehrlich bleiben!):
"Ich leide seit 6 Monaten unter Schlafstörungen. Pflanzliche Mittel (Baldrian, Melatonin) zeigen keine Wirkung mehr. Chemische Schlafmittel (Zopiclon) möchte ich wegen der Gefahr der Abhängigkeit und dem 'Hangover' am nächsten Morgen vermeiden."
Die "Red Flags" (Ablehnungsgründe)
Es gibt K.O.-Kriterien ("Kontraindikationen"). Wenn du diese ankreuzt, muss der Arzt ablehnen, um dich zu schützen.
Vorsicht bei:
Du oder deine engste Familie (Eltern/Geschwister) leiden hierunter. THC kann Schübe auslösen.
Absolutes Nein. Kein seriöser Arzt verschreibt hier.
Frischer Herzinfarkt oder schwere Rhythmusstörungen. THC erhöht den Puls.
Wer angibt, aktuell von harten Drogen abhängig zu sein, wird meist abgelehnt.
Mehr dazu in unserem ausführlichen Artikel zu Nebenwirkungen & Kontraindikationen.
Brauche ich Nachweise (Arztbriefe)?
Das ist der größte Unterschied zwischen den Anbietern.
Die "Discounter"
Empfohlen für EinsteigerDr. Ansay, CannGo, GreenMedical
Verlangen bei Standard-Erkrankungen (Schlaf, Migräne) meist keine hochgeladenen Dokumente. Sie vertrauen auf deine Angaben im Anamnese-Bogen (Eigenverantwortung des Patienten).
Die "Kliniken"
Algea Care, Telecan
Verlangen oft Arztbriefe oder Diagnosenachweise, besonders wenn es um BTM-Fälle oder Kostenübernahme durch die Krankenkasse geht.
Die Sortenwahl (Soll ich was vorschlagen?)
Viele Fragebögen (z.B. bei MedCanOneStop) haben ein Feld: "Wunschmedikation". Solltest du das leer lassen? Nein!
Wenn du weißt, was dir hilft (oder was du probieren willst), schreib es rein. Das zeigt dem Arzt, dass du dich informiert hast.
Gut:
"Ich bitte um Verschreibung von Cannabisblüten (Indica, z.B. Avaay 23/1) zur Nacht für die Schlafverbesserung. Dosierung: 0,1g bis 0,3g verdampft."
Schlecht:
"Ich will das stärkste Cali Weed mit 30% THC."
FAQ: Probleme beim Antrag
Muss ich einen Video-Call machen?
Seit dem 01.04.2024 und der Lockerung der Fernbehandlungs-Regeln verzichten viele Anbieter bei Bestandspatienten oder klaren Fällen auf den Video-Call (Asynchrone Behandlung). Anbieter wie Dr. Ansay oder CannGo arbeiten fast nur noch per Fragebogen.
Was, wenn ich abgelehnt werde?
Keine Panik.
- Du bekommst dein Geld zurück (bei seriösen Anbietern).
- Lies die Begründung. War es eine Kontraindikation?
- Du kannst es bei einem anderen Anbieter versuchen, wenn du glaubst, dass es ein Missverständnis war. Vielleicht war deine Schilderung zu knapp.
Sehen das meine Versicherung oder mein Arbeitgeber?
Nein. Als Selbstzahler (Privatrezept) taucht diese Diagnose nicht in deiner elektronischen Patientenakte (ePA) bei der Krankenkasse auf, es sei denn, du reichst das Rezept dort ein (was du als Selbstzahler nicht tust). Es ist diskret.
Wie lange dauert es bis zum Rezept?
Bei den meisten Anbietern: 24 bis 48 Stunden. Manche (wie Dr. Ansay) versprechen sogar 30 Minuten in Stoßzeiten. Danach kommt das Paket aus der Apotheke in 2-3 Werktagen.
Du bist bereit.
Du weißt jetzt, worauf es ankommt: Ehrlichkeit, klare Symptombeschreibung und der Ausschluss von Risikofaktoren. Leg los und verbessere deine Lebensqualität.
- Fragebogen in 5 Min. ausfüllen
- Keine Uploads zwingend nötig
- Geld-zurück-Garantie bei Ablehnung